Was tun bei Heuschnupfen/ Pollenallergie?

Hasel, Erle, Birke – mit den Frühblühern startet die Pollensaison. Anfang Januar kann in Bonn bereits der Haselstrauch blühen. Später werden auch Erlen-, Birken- und alle übrigen Pollen folgen. Pollenallergiker können ihr spezielles Frühlingslied davon singen – mit geröteten Augen, Schnupfennase und eventuell sogar allergischem Asthma.

Allergieauslösende Pollen

Normalerweise beginnt zwischen Februar und Mai mit den Frühblühern – Erle, Ulme, Weide, Pappel, Hasel und Birke – die Pollensaison. Es folgen Gräser und Getreide zwischen Mai und Juni sowie zwischen Mitte August bis Mitte September. Im Frühherbst blühen schließlich Kräuter, auf deren Pollen viele Menschen allergisch reagieren. Die meisten Menschen sind allerdings gegen Gräser- und Baumpollen allergisch. Es lohnt sich auf jeden Fall herauszufinden, auf welche Gruppe Pollen man allergisch reagiert und sich frühzeitig behandeln zu lassen. In unserer Praxis bieten wir den Prick-Test zur Feststellung von Allergien als privatärztliche Leistung an.

Wie entsteht Heuschnupfen / Pollenallergie?

Der Heuschnupfen, eigentlich jede Pollenallergie, ist eine immunologische Reaktion des Körpers auf Blütenpollen. Schon beim ersten Kontakt mit einem solchen Allergen kann der Organismus besonders empfindlicher Menschen natürliche Abwehrstoffe, so genannte Antikörper, entwickeln. Ab diesem Zeitpunkt erkennt der Organismus Pollen als gefährlichen Stoff und reagiert auf sie wie auf einen Krankheitserreger. Er ist sensibilisiert und entwickelt immer mehr Antikörper, bis es schließlich zur ersten allergischen Reaktion kommt. Die Neigung zu einer Immunreaktion wie beim Heuschnupfen ist wahrscheinlich angeboren.

Heuschnupfen-Symptome

Die Symptome des Heuschnupfens/ der Pollenallergie können für die Betroffenen sehr unangenehm sein und reichen von der allergischen Bindehautentzündung über den allergischen Schnupfen bis zum allergischen Asthma. Außerdem fühlen sich viele Betroffene ähnlich wie bei einem Virusinfekt in ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit zuweilen stark eingeschränkt.

Allergische Bindehautentzündung

Bei der allergischen Bindehautentzündung sind die Augen gerötet, sie tränen und jucken. Das unwillkürliche Reiben der Augen verschlimmert die Symptome zusätzlich, weil weitere Pollen in das Auge hinein gerieben werden.

Allergischer Schnupfen

Niesanfälle, eine ständig laufende und juckende Nase kennzeichnen den allergischen Schnupfen.

Allergisches Asthma

Bleibt der Heuschnupfen/ die Pollenallergie unbehandelt, besteht das Risiko, dass ein so genannter „Etagenwechsel“ stattfindet und die Betroffenen zusätzlich allergisches Asthma entwickeln. Die an sich harmlosen Pollen können dann unter Umständen lebensbedrohliche Anfälle von Luftnot verursachen.

Symptome von Heuschnupfen / Pollenallergie mildern

Um den Frühling trotz Allergie zu genießen, können Pollenallergiker einiges tun – mit wirksamen und gut verträglichen Medikamenten sowie Verhaltensmaßnahmen im Alltag.

Medikamente gegen Heuschnupfen / Pollenallergie

Medikamente heilen die Allergie zwar nicht, ermöglichen aber einen relativ beschwerdefreien Alltag. Viele Allergiemedikamente setzen bei dem Botenstoff Histamin an, den sie bremsen oder ganz blockieren. Denn bei einer Pollenallergie/ beim Heuschnupfen wird besonders viel Histamin vom Körper produziert. Mit anderen Wirkstoffen werden die auftretenden Symptome, zum Beispiel die tränenden Augen oder die laufende Nase unterdrückt. Bei stärkeren Beschwerden und beim allergischen Asthma werden die Abwehrreaktionen des Immunsystems mit Kortison verhindert. In unserer Praxis stellen wir Sie medikamentös so ein, dass Ihre Beschwerden während der Pollensaison deutlich gemindert werden oder mit etwas Glück völlig ausbleiben.

Hyposensibilisierung bei Heuschnupfen / Pollenallergie

Um eine Allergie deutlich zu mindern oder zu heilen, ist die Hyposensibilisierung das Mittel der Wahl. Sie wirkt wie eine Impfung und gewöhnt dem Organismus im besten Fall ab, auf harmlose Pollen mit Antikörpern zu reagieren. Für die Hyposensibilisierung werden die allergieauslösenden Pollen aufbereitet und in regelmäßigen Abständen unter die Haut gespritzt oder auch oral verabreicht. Dabei wird die Dosis in den ersten Wochen der Behandlung allmählich gesteigert, um anschließend im Vier-Wochen-Rhythmus über zwei bis drei Jahre fortgesetzt zu werden. Auch eine regelmäßig kurz vor der jeweiligen Pollensaison beginnende Kurzeit-Hyposensibilisierung ist möglich.

Verhaltensmaßnahmen bei Heuschnupfen / Pollenallergie

Außer der medikamentösen Therapie und der Hyposensibilisierung können Allergiker mit einigen einfachen Maßnahmen auch selbst ihre Allergie-Symptome lindern. Das Beste wäre natürlich, man würde die Pollen vollständig meiden, um die lästigen Beschwerden zu lindern. Da das nicht immer möglich ist, sind folgende Maßnahmen hilfreich:

  • Kochsalzlösung als Nasenspray, Nasen- oder Augenspülung benutzen
  • auf körperliche Anstrengung im Freien verzichten
  • Urlaub am Meer oder im Gebirge planen
  • Stoßlüften: in der Stadt morgens, auf dem Land abends
  • Fenster außer beim Stoßlüften geschlossen halten
  • Haare vor dem Schlafengehen waschen
  • getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer liegen lassen
  • regelmäßig feucht Staub wischen
  • Pollenschutzvliese vor den Fenstern anbringen
  • Staubsauger mit Pollenfilter benutzen
  • Wäsche nicht im Freien trocknen
  • Gesicht mit kaltem Wasser kühlen
  • juckende Augen mit nassem Waschlappen beruhigen